Heimatliebe.Wildkräuter.

Veröffentlicht von

Im Frühjahr sprießen sie aus dem Boden. Wildkräuter.

Von vielen eher als Unkraut missachtet. Ich ziehe lieber los und freue mich über das ein oder andere „Unkraut“ in der Salatschüssel oder im Topf.

Einige der Wildkräuter sind sicher bekannt. Löwenzahn, Sauerampfer, Spitzwegerich. Weniger bekannt aber super lecker ist die Knoblauchsrauke. Wie der Name schon sagt, duftet und schmeckt sie nach Knoblauch. Jedoch ist ihr Duft und Geschmack feiner als die von Knoblauch oder Bärlauch. Und ein Pluspunkt hat sie: nach dem Genuss kann man sich immer noch mit seinen Mitmenschen unterhalten ohne „typisch“ nach Knoblauch zu riechen. Knoblauchsrauke ist viel vertreten und kommt wirklich in Mengen bei uns vor. Ich sammle sie gerne um die frischen Blätter als Salat oder in einem Bauernomelett zu verarbeiten. Dieses Jahr habe ich ein Pesto daraus gemacht. Das Rezept habe ich auf der Website von Kostbare Natur gefunden. Sowieso eine spannende Website wenn Ihr Euch für das Thema Wildkräuter interessiert.

Knoblauchsrauke

Neu entdeckt habe ich auch Gundermann. Leider hat er einen Geschmack, der mich irgendwie an Salbei erinnert und das ist dann doch nicht so meins.

Außerdem kann ich noch Giersch empfehlen. Ist auch mein erstes Mal mit ihm dieses Frühjahr 🙂 Eine echte Vitamin C Bombe, da braucht es keine Zitrone mehr. Außerdem unter anderem reich an Magnesium, Eisen und Kupfer. Den Giersch könnt ihr wie Spinat zubereiten und finden wird man ihn an beinahe jeder Ecke. Er ist für viele Gärtner ein hartnäckiges Unkraut, aber für mich die Entdeckung des Jahres. Da er viele Monate frei zur Verfügung steht, werde ich mich noch weiter an ihm ausprobieren und das ein oder andere Rezept mit ihm verfeinern.

Was sicherlich beinahe jeder in diesem Frühjahr gesammelt hat : Bärlauch. Dadurch, dass vielen der Weg in die Natur sozusagen „aufgedrängt“ wurde, habe ich in diesem Frühjahr soviel Bärlauchsammler wie noch nie im Wald gesehn. Eine Spezialität bei Bärlauch sind die noch verschlossenen Blüten. Diese können als Bärlauchkapern eingelegt werden. Ich habe mich daher gegen das typische Bärlauchpesto entschieden und ein Haufen Blüten gesammelt und diese eingelegt. Es schwirren tausende Rezepte im Internet, daher habe ich ein befreundeten Koch gefragt und folgendes Rezept ausgetestet ( ich habe zwei 200 ml Gläser damit eingemacht ) 500 ml Gewürzessig, 5 Pimentkörner, EL Senfsaat, 5 Nelken. 3 Lorbeerblätter, Honig, Zucker und Salz nach Ermessen. Sprich, so wie Euch der Sud dann auch schmeckt. Den heissen Sud dann in die Gläser mit den Bärlauchkapern gießen. Ich hatte noch etwas vom Sud übrig und habe daraus eine leckere Salatsauce gemacht. Die Bärlauchkapern noch zwei Wochen an einem kühlen Ort stehen lassen, dann sind sie fertig.

eingelegte Bärkauchkapern

Einer meiner Lieblinge ist Brunnenkresse. Ihr könnt diesen an Bachläufen mit klarem Wasser finden. Ein paar Blätter in den Salat und Ihr habt eine schöne Schärfe. Einfach lecker.

Wenn Ihr gerne Tee trinkt findet Ihr auch genug Brennessel, Acker-Minze und Melisse. Ihr könnt diese Kräuter frisch aufbrühen oder auch an einem warmen Platz trocknen. Ich habe mir, um nicht vom Wetter abhängig zu sein, einen Dörrautomat schenken lassen. Ich werde diesen aber auch im Sommer und Herbst zum trocknen von Gemüse und Obst benutzen. Dazu gerne später mehr, wenn die Natur die Früchte hergibt.

Was alle Wildkräuter gemeinsam haben : Geschmack. Bitterstoffe sind keine Seltenheit. Nicht wie zum Beispiel bei konventionellem Chicorée an dem leider nur noch wenig bitter schmeckt. Geschmacklich also ein „Back to the roots“ und ein wiederfinden des reinen und natürlichen Geschmacks unserer Heimat.

Viel Spaß beim Sammeln und Ausprobieren!

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.