Es ist Samstag Nachmittag. Ich stehe in einer trubeligen Markthalle an einem kleinen Käsestand mit ausgewähltem Sortiment. Rechts und links neben mir zwei Kunden, die in perfektem Französisch, mit den Verkäufern fachsimpeln. Über den Käse, Wein, Pasteten und so weiter. Vielleicht reden Sie auch über etwas vollkommen anderes. Ich verstehe kein Wort. Und ich komme mir ziemlich blöd vor, zwischen den ganzen Profis. Aber auch wenn ich kein Französisch verstehen und sprechen kann. Käse ist eine Leidenschaft von mir und ich konnte schon den ein oder anderen Käse mit Genuss verspeisen. Ich habe also genug Esserfahrung und ein ausreichendes Maß an Käseneugierde.

Das Thema Rohmilchkäse ist leider mit den Jahren immer weiter in den Hintergrund geraten. Ich denke es gibt hier einige Gründe. Kulturelle: wir haben in Deutschland einfach nicht denselben großen Umfang an Esserfahrung wie zum Beispiel unsere französischen Nachbarn. Die Angst vor unbehandelter Milch ist auch so ein Faktor, warum Menschen oftmals auf Industrieware zurück greifen. Und natürlich der Preis und die Verfügbarkeit. Leider gibt es immer weniger Käsetheken mit wirklich toller Auswahl und dementsprechend geschulten Personal. Ihr findet am Ende des Artikels einige Empfehlungen von mir, die ich schon selbst getestet habe. Nun kommen wir aber zu den Empfehlungen, wenn Ihr denn eine entsprechende Käsetheke gefunden habt.

Folgende Käsesorten sollten mit dabei sein: Hartkäse, Weichkäse mit Weissschimmel, Rotschmierkäse, Blauschimmelkäse, geaschter Ziegenkäse, Schafskäse, ein Käse der speziell affiniert wird, wie zum Beispiel ein Tresterkäse, Wildblumenkäse oder ähnliches. Nicht alle. Es reichen 5 Sorten um Euch genug Abwechslung zu bieten.

Wenn Ihr nun Eure Käseauswahl zusammen gestellt habt geht es an die Auswahl der Beilagen. Diese könnt Ihr ganz klassisch wählen, wie zum Beispiel Weintrauben und Walnüsse. Etwas kreativer wird es mit eingelegten grünen Walnüssen – diese sind als schwarze Walnüsse im Glas zu kaufen. Feigen,- oder Orangensenf, verschiedene Honige. Hier könnt ihr Euren Honig noch in kleine Weckgläser füllen, in die Ihr ein Zweig Rosmarin oder Lavendel gebt, um den Honig zu aromatisieren. Achtung, es sollte dafür ein etwas flüssiger, klarer Honig sein, dann geht das Aromatisieren besser.  Ein Kürbischutney mit Vanille schmeckt auch sehr gut zum Käse, sowie Hagebuttenmark oder Mirabellenmarmelade. Frische oder eingelegte saftige Birnenspalten, Mirabellen, Kirschen und Feigen ergeben auch tolle Beilagen und Hingucker auf dem Käsebrett. Eurer Fantasie ist hier keine Grenze gesetzt.

Etwas Butter sollte man auch bereit halten. Eine deutsche Rollenbutter sowie auch französische Rohmilchbutter passen sehr gut. Die Absoluten Künstler unter den Butterherstellern sind die Jungs von den ButterBoyz https://www.butterboyz.de/ Ein Geheimtip für Butterliebhabern!

Beim Anrichten auf dem  Teller,-  oder Käsebrett wird von leicht bis kräftig sortiert, in der Reihenfolge in der Ihr den Käse essen mögt. Holt Euren Käse ungefähr eine halbe Stunde vorher aus dem Kühlschrank, damit er Zimmertemperatur bekommt. Bitte beachtet dabei die Jahreszeit. Im Sommer sollte der Käse definitiv keine Zimmertemperatur haben!

Wenn nach Eurem Käseschmaus nun noch etwas an Käse übrig ist, packt diesen ordentlich wieder in das gewachste Käsepapier ein. Parmesankäse könnt Ihr auch mit Olivenöl einreiben, damit er nicht zu schnell austrocknet. Was auch gegen das Austrocknen hilft ist ein Tuch, welches Ihr mit ein wenig Weisswein befeuchtet und mit auf den Käse legt. Den Käse könnt Ihr am Besten im Gemüsekühlfach ganz unten im Kühlschrank aufbewaren. Wenn Ihr ab und zu nach ihm schaut hält er sich dort sicher so lange, bis ihr ihn aufgegessen habt. Er möchte nur ab und zu etwas Feuchtigkeit. Denn die meisten Käse werden so gelagert, in Keller, Höhlen und Kammern in denen es dunkel und kühl ist. Ab und zu werden sie gewaschen, gedreht und gewendet und ja, auch unterhalten.

Ganz auf dem Trockenen werde ich Euch aber nicht lassen. Im nächsten Artikel geht es um die richtigen Begleiter zum Käse. Mit und ohne vol. % Ihr dürft gespannt weiter folgen 🙂

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