Konzentration bitte. Es wird verkostet

Veröffentlicht von

Eine Ausbildung zu machen, die zum Großteil darin besteht zu verkosten, weckt schon den ein oder anderen komischen Blick. Wie du trinkst während der Arbeit? ….Aber es besteht ein Unterschied. Zwischen trinken und verkosten. Worin? Nehmen wir an, du gehst zu einer Weinverkostung. Warum gehst du hin? Wenn dein Ziel ist, danach angeschickert raus zu gehn, dann ist das Trinken und kein Verkosten. Und Verkosten ist Arbeit, die viel Professionalität verlangt. Denn auch das ist klar. Auch wir Sommeliers würden unglaublich gerne den ein oder anderen Spitzenwein bei einer Probe trinken. Aber das wäre unfair gegenüber folgenden Weinen. So viel, wie die Gerüchte sagen, vertragen wir nämlich gar nicht.

Auch geht es bei einer Verkostung nicht darum, das Eintrittsgeld zu ver-trinken. Es geht darum zu probieren, entdecken, einschätzen und darum dem Hersteller zuzuhören. Um Weiterbildung. Also kommen wir zur Sache.

Um ein guter Verkoster / eine gute Verkosterin zu sein brauchst du vor allem eines:

Konzentration.

Schlecht drauf? Dann vergiss es ganz schnell wieder aufmerksam genug zu sein. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt bei einer Verkostung:

Offenheit

Keine Vorurteile. Vorlieben vor der Tür lassen. Offen auf die Lage zugehen. Informationen zu lassen. Und neue Wege gehn.

Was man jetzt noch benötigt:

Ein Glas

Ich nehme für meine Verkostungen zu Hause für alle Flüssigkeiten bis zu einem Alkoholgehalt von 18%Vol. ein Universalglas. Meines ist von Zalto. Das ist für alles passend, liegt gut in der Hand, ist federleicht und filigran. Beim Verkosten ist es wichtig immer nach demselben Schema vorzugehen. Ich glaube da hat jeder sein eigenes System. Nach ein paar Jährchen Trinkerfahrung kann ich mit meinem recht schnell und konzentriert arbeiten. Und hier kommt mein Schema:

Geruch I: nach leichtem Schwenken kurz hineinriechen, maximal drei Begriffe für das Aroma finden

Geruch II: nach weiterem Schwenken die volle Konzentration auf die Aromen. ca – 5-6 weitere Begriffe notieren

Geschmack I: der erste Schluck, Konzentration auf Süße, Säure, Gerbstoffe

Geschmack II : der zweite Schluck, Konzentration auf die Aromen im Geschmack sowie auf das Zusammenspiel der Inhaltsstoffe Zusammenfassung: Gesamteindruck

Kurz. Knapp. Effektiv.

Ich freue mich schon auf die nächste Verkostung. So ein bisschen Weiterbildung schadet nie.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.