Es gibt Verkostungen, da hab ich ziemlich Respekt davor. Ich möchte es nicht Angst nennen. Aber ja, da hab ich, irgendwie, manchmal so meine Vorurteile. Es gibt sicher auch bei Euch einiges vor dem Ihr Respekt habe. Harzer ist so eine Kategorie. Oder Blauschimmelkäse. Leber. Aal. Heimchenriegel. Destillate. Mit einem Diesel-Fahrzeug nach Stuttgart fahren ohne H Kennzeichen.

So ein bisschen Nervenkitzel muss ja ab und zu sein.

Und so wage ich mich auch an eine Rebsorte ran, die innerlich eine Hürde für mich darstellt. Gewürztraminer. Ich weiss nicht so recht was ich damit anfangen soll. Aber bin dennoch gespannt.

Wir sitzen bei Jens Zimmerle in seiner Vinothek in Korb. Jens und seine Frau Yvette kenne ich schon einige Jahre und ich freue mich über den Erfolg, den die Beiden mit Ihrem Weingut haben. Herzlich bodenständig. Ich mag sie einfach. In Ihren Weinen findet sich Eleganz und Mineralität. Die Schwaben sind keine Poser sondern tiefgründige Gesellen. Und so bin ich gespannt, überrascht und respektvoll des Gewürztraminer Sekt den uns Jens als erste Kostprobe einschenkt.

Warum im Großen Burgunderglas? Vielleicht, weil nach mindestens 24 Monaten in der Flasche man auch froh über mehr Platz wäre. Mir strömen Noten von reifer Birne, Quitte und erfrischende Zitrone in die Nase. Fein die Facetten von Holunderblüte, Rose und ein wenig Litschi. Nussige, weiche Akzente runden das Aromenerlebnis ab. Im Geschmack finden sich die fruchtigen Noten elegant wieder. Toll die erfrischende Säure, die mineralisch mundfüllende Note und der animierende Nachhall. Ich bin positiv überrascht von der Harmonie in Duft und Geschmack. Keiner dieser Duftbomben, die man nach dem ersten Glas satt hat. Mit diesem Gewürztraminer Sekt ist nach dem ersten Glas eine langanhaltende Freundschaft geschlossen!

Vielleicht gefällt dir auch das:

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.